Donnerstag, 6. Juli 2017

Rückblick über das erste Tertial 2017

Hallo meine Lieben,

ja, ich fass das jetzt stark zusammen, damit ihr nicht noch im August uralte Monatsrückblicke lesen müsst. xD Daher heute mein Rückblick über Januar, Februar, März und April diesen Jahres. Viel gelesen habe ich sowieso nicht, dank meines Abis. Gerade die Zeit bis Mitte März war einfach nur unheimlich stressig, da blieb gar keine Zeit, um in Wehmut zu verfallen. Ich wusste zwischendurch kaum noch, wo mein Kopf stand (auch wegen anderen Projekten), was man auch meinem Blog angemerkt hat.
Letzte Klausurenphase, Wiederholungen, Notenschluss, Mottowoche ... und die Prüfungen rückten immer näher. Schließlich waren zwölf Jahre Unterricht passé und ich hab mich auf meine schriftlichen Prüfungen konzentriert, die allesamt gut gelaufen sind. Zu viel anderem habe ich mich auch in meiner freien Zeit nicht aufraffen können, weder lese-, schreib- noch blogtechnisch.
Ansonsten war ich im März zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse, meiner ersten Buchmesse (und wohl nicht letzten), wenn auch nur am Samstag, was eine tolle Erfahrung war!

Im Januar habe ich drei Bücher gelesen, im Februar zwei, im März ebenfalls nur zwei, davon eins auf Englisch und im April drei, davon zwei auf Englisch. Zusätzlich habe im Rahmen der Abiturvorbereitung ein paar abirelevante Klassiker re-readet, aber das fällt eher unter Lernen. ^^
Die Rezensionen/ Buchvorstellungen sind im Buchtitel verlinkt. Und ja, die Bücher sind total ungeordnet. :D


Den zweiten Teil der Elias & Laia-Reihe von Sabaa Tahir fand ich besser als den Vorgänger, auch, weil ich besser mit der Protagonistin Laia klarkam. Neue Stränge werden aufgeworfen, Spannung ist definitiv vorhanden und zwischendurch ist das Ganze auch nicht unbrutal. Gestört hat mich allerdings das potenzielle doppelte Liebesdreieck.

Mit Der letzte Stern habe ich die Trilogie von Rick Yancey abgeschlossen. In meiner eher skeptischen Erwartungshaltung wurde ich komplett überrascht - nach einem für mich eher schwächeren zweiten Teil war dieser fast noch besser als der schon tolle erste Band. Das lag vor allem daran, dass das Buch das Meisterstück vollbringt, eine düstere, postapokalyptische Atmosphäre mit einem trockenen Sarkasmus zu verbinden, der mich trotz aller fesselnder Spannung zum Kichern brachte. Starke Charaktere, ein gelungener Abschluss - eins meiner Tops.


Der High-Fantasy-Roman Die Traumknüpfer von Carolin Wahl besticht vor allem durch den äußerst faszinierenden Weltenaufbau, bei dem zwei patriarchalische und zwei matriarchalische Gesellschaften nebeneinander existieren, aber auch mit der Idee und den starken Charakteren.

Ein Käfig aus Rache und Blut von Laura Labas konnte mich nicht ganz so begeistern wie andere, was vor allem daran lag, dass mir das Ganze wie die Vorgeschichte zu der eigentlichen Handlung vorkam und ich teilweise mit der sonst starken Protagonistin nicht ganz klarkam. Nichtsdestotrotz enthält die interessante Idee  in dem düsteren Setting aber ziemlich viel Potenzial, das hoffentlich in der Fortsetzung genutzt wird.


Herz aus Nacht und Scherben von Gesa Schwartz ist ein besonderes Buch, nicht nur, weil ich es am kalten Bahnhof auf der Rückfahrt von der Buchmesse begonnen habe. Es ist ein Top und ein neues Lieblingsbuch. Ich habe mich in den bildgewaltigen, außergewöhnlichen Stil verliebt, der in eine Parallelwelt der Träume voller dunkler, schillerender Facetten entführt, die neben Venedig existiert, und sie wirklich werden lässt. Dazu kommen lebendige, unheimlich vielschichtige und tiefgründige Charaktere, eine tolle, sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte, die wundervolle Idee, wie für Träumer*innen geschaffen ...

Schattendiebin von Catherine Egan enthält einen faszinierenden Weltenaufbau, einen fesselnden Schreibstil und eine starke Protagonistin, die bis dato jedoch vor allem eigennützig handelt und sich im Verlauf der Handlung in einem moralischen Konflikt wiederfindet. Allerdings ist es mir letztendlich nicht gelungen, einen Charakter wirklich ins Herz zu schließen und die Handlung hat mich auch nicht total mitgerissen.


Bei Survivor handelt es sich um die Autobiografie Sam Pivniks, der als Jude in Polen geboren wurde und im Verlauf des zweiten Weltkrieges seine ganze Familie verloren hat und selbst nach Auschwitz deportiert wurde. Ein Buch, das man nicht bewerten kann, aber das die Geschichte realer werden lässt als bloße Fakten und einfach nur fassungslos macht angesichts der unmenschlichen Grausamkeit.

Bei Maybe Someday von Colleen Hoover stecke ich in einem Zwiespalt aus dem Wunsch, es zu mögen und der Skepsis infolge der Kritik in den sozialen Netzwerken. Einerseits war das Buch durchaus unterhaltsam und ich fand die Gehörlosigkeit des männlichen Protagonisten gut umgesetzt, andererseits kam ich mit der weiblichen Protagonistin nicht klar und das Ganze war zu dramatisch, der Konflikt zu betont.


Bei The Perks of Being a Wallflower von Stephen Chbosky kann ich mich nicht so ganz dem Hype anschließen. Zwar ist das definitiv eine niedliche, unterhaltsame Coming-of-Age-Story, aber sie hat mich einfach nicht vom Hocker gerissen - jedenfalls bis zum Ende, das meinen ganzen Eindruck nochmal umgestürzt hat.

Mit dem dritten Teil der Die Chroniken der Fae-Trilogie von Ruth Frances Long habe ich eine weitere Reihe beendet. Insgesamt war es ein spannender und actionreicher Abschluss.


So, damit hätten wir die ausstehenden Rückblicke abgearbeitet, mit Mai bin ich für meine Verhältnisse ja quasi noch in der Zeit. :D Vielleicht schreib ich demnächst noch einen Jahresrückblick für 2016.

Welche Bücher kennt ihr davon? Welche habt ihr gelesen und wie fandet ihr sie?

Eure Dana ♥

8 Kommentare

  1. Ich muss dir jetzt grad mal ein klein bisschen böse sein, dass du "The Perks..." als "niedlich" bezeichnest :D! Ich finde es, nicht nur, aber besonders am Ende, absolut ernst und zum Teil sehr dramatisch und schockierend. Wenn man mal darüber nachdenkt, worum es alles geht: Gewalt in Beziehungen, Selbstmord, Abtreibung, psychische Probleme und das Thema, das im erwähnten Ende angesprochen wird. "Niedlich" ist für mich was anderes, auch wenn Charlie und seine Gefühle für Sam natürlich schon irgendwie niedlich sind ^^.
    Schade jedenfalls, dass es dir nicht ganz so gut gefallen hat. Ich muss es unbedingt mal wieder rereaden.
    Hast du den Film gesehen?

    Liebe Grüße,
    Charlie

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    1. Ich glaube, aus der Rezension geht letztendlich besser hervor, was ich sagen wollte. :D
      Den Bereich habe ich mit dem niedlich gar nicht einbezogen. Wie gesagt, das Ende stellte für mich einen Bruch mit dem kompletten Leseeindruck dar.
      Ich hab Charlie vorher als niedlich wahrgenommen, ganz unabhängig von seinen Problemen, die ja trotzdem nichts an seinem Charakter selbst ändern (also, beeinflussen vielleicht, aber nicht definieren). Natürlich wurden viele wichtige Themen angesprochen, aber viel mehr als angesprochen wurden sie auch nicht, teilweise blieb mir das zu oberflächlich, oft auch zu leichtfertig. Ich hatte einfach mehr erwartet, mitreißender, aber das war die Geschichte für mich nicht. Ganz gut, ohne Frage, aber nicht herausragend.
      Dieser Eindruck wurde dann durch das Ende erschüttert, das durchaus alles andere als niedlich ist und das mich dann endlich auch mal mitreißen konnte, was aber nichts daran ändert, dass die anderen zweihundert Seiten ganz gut und unterhaltsam waren, aber eben nichts mitnehmendes, herausragendes, wenn du verstehst, was ich meine.
      Nope, Buchverfilmungen sehe ich meist aus Prinzip nicht. :D Wie setzt der das denn um? ^^

      Liebe Grüße ♥

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    2. Stimmt, Charlie ist wirklich niedlich mit seiner Naivität und Ehrlichkeit.
      Ja, da hast du recht, die Themen bleiben halt insofern oberflächlich, dass Charlie sie zu großen Teilen nicht selbst erlebt und deshalb über einige Dinge auch hinwegsieht oder sie gar nicht versteht (zB die Vergewaltigung oder die Abtreibung) oder sie eben von sich fernhält (wie den Selbstmord seines besten Freundes), weil seine Psyche sowieso so instabil ist. Insofern hätte man sich vielleicht besser auf weniger Aspekte konzentrieren sollen, und die dafür genauer ausarbeiten.
      Ich finde allerdings nicht unbedingt, dass sie deshalb als weniger wichtig dargestellt werden. Für mich war die Geschichte deshalb trotzdem nicht irgendwie leicht zu lesen, gerade weil Charlie so kaputt und empfindlich ist und man weiß, dass er psychische Probleme hat, schon bevor diese am Ende erklärt werden.

      Schade, der Film ist wirklich gut und hat einen wunderschönen Soundtrack ;). Er lässt allerdings einige der ernsteren Aspekte, die im Buch kaum behandelt werden, ganz weg. Und das Ende ist offenbar nicht so klar wie im Buch. Zumindest haben es einige Leute nicht so gut verstanden. Für mich eine der besten Buchverfilmungen. Wenn du aber das Buch schon nicht so sehr mochtest, wird dir der Film vielleicht auch nicht so gut gefallen wie mir ^^.

      Liebe Grüße :)

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    3. Ich fands teilweise auch ein wenig inkonsequent, wie Konflikte umgangen wurden, wenn zum Beispiel Fremdgehen Charlie bei einigen stört, bei anderen (ich halt das wegen der Spoilergefahr mal bewusst vage und hoffe, du weißt, worauf ich anspiele) eher nicht. Manchmal fehlten mir da auch einfach die Konflikte.
      Der Selbstmord war auch so eine Sache. Ich glaube, nach dem ersten Brief wird das kaum noch thematisiert, auch von allen anderen nicht. Das war mir dann letztendlich zu wenig.
      Was Charlies Probleme angeht, habe ich schon in meiner Rezension herausgehoben, dass ich es mochte, dass die nicht stigmatisiert wurden. In meinen Augen spielten die meist auch nur unterschwellig eine Rolle, wodurch sie Charlie nicht definierten, ohne dass sie unwichtig wurden.
      Mir geht gerade auf, dass das oben auch nicht ganz eindeutig formuliert war, das niedlich bezieht sich vor allem auf Charlie und weniger auf die auftauchenden Themen.

      Wie gesagt, es ist nicht so, dass ich es nicht mochte, ich hatte nur weit höhere Erwartungen. ^^

      Liebe Grüße :)

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    4. Ja, was das Fremdgehen angeht ist er sehr subjektiv. Hängt immer davon, wer betrügt und wer betrogen wird. Moralisch natürlich nicht sehr konsequent. So ist das halt, wenn die Geschichte aus einer Perspektive erzählt wird. Seine ganze Erzählung ist ja sehr subjektiv. Ich war auch nicht immer unbedingt einverstanden mit allem, was er gesagt oder getan hat.

      Ich glaube, der Selbstmord wird nicht so thematisiert, weil er Charlie schon mal einen Zusammenbruch beschert hat. Jedenfalls habe ich das so interpretiert, dass er jetzt deswegen ein Jahr später mit der Highschool anfängt, weil er ein Jahr in Therapie war oder so. Vielleicht hat er das für sich irgendwie abgeschirmt das Thema, weil er damit nicht klarkommt.
      Dadurch ist das Buch natürlich kein geeignetes, wenn man etwas lesen will, wo das Thema wirklich behandelt wird.

      Ja, ich hab deine Rezension dann im Anschluss an meinen Kommentar nochmal gelesen. Darüber hab ich ehrlich gesagt vorher nicht nachgedacht, aber das stimmt auf jeden Fall! Es ist halt kein Buch über psychische Probleme, sondern eins, in dem psychische Probleme eine Rolle spielen.

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    5. Ja klar, das ist perspektivisch. Aber es passte auch nicht so ganz zu meinem Eindruck, den ich von Charlie hatte, wenigstens ein bisschen Konflikt hatte ich mir da erhofft.

      Wobei er das ja erst schon ziemlich an sich heranlässt.
      Das hatte ich auch gar nicht erwartet, aber ich weiß nicht ... vielleicht lag es auch am Schreibstil, ich kann's dir auch nicht so genau sagen. :/

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  2. Haha. Wenn ich mir das angucke könnte ich heulen. Ich habe seit Jänner fast 24h am Tag frei und habe genau so viele Bücher gelesen wie du bisher xD Ich muss meine Prioritäten endlich wieder ändern, haha. Mehr lesen!

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    1. Ach, ich finde, diese ganzen Statistiken werden vollkommen überbewertet. ^^ Ich meine, Lesen ist ein Hobby, da geht es nicht darum, wie viele Bücher wir schaffen, sondern in andere Welten einzutauchen, wenn wir gerade Lust darauf haben, und das dann genießen, ohne uns irgendwie unter Druck zu setzen. ^^
      Und wenn dann mal andere Dinge wichtiger sind, dann ist eben so. Bücher laufen ja nicht weg. Die Realität schon irgendwie. :)

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